WM-Bronze und Team-Silber an der Berglauf-WM in Slowenien

Die Mission Berglauf-WM in Kamnik war für unsere Schweizer Delegation ein toller Erfolg! Ich holte mir in einem starken Teilnehmerinnenfeld die Bronzemedaille und durfte somit einen weiteren internationalen Erfolg feiern. Auch Claudia Helfenberger und Bernadette Meier klassierten sich in den Top ten (8. und 10.), was dem Frauenteam in der Teamwertung die Silbermedaille hinter den Italienerinnen einbrachte.

David Schneider erkämpfte sich bei den Männern den  ausgezeichneten 13. Schlussrang, Martin Anthamatten wurde Fünfzigster. Auch der Junior Daniel Lustenberger zeigte mit dem 15. Rang eine starke Leistung. Jean-Baptiste Salamin lief auf den 21. Rang und Jérémy Hunt auf Platz  66.

Die Strecke der Frauen betrug 8 Kilometer mit einer Höhendifferenz von gut 1000 Metern. Sie war äusserst schwierig, da die Steigung vielerorts mehr als 20% betrug. Der Boden war oft sehr steinig und kiesig. Technisches Geschick war also gefragt.

Unser Frauenrennen startete um 10 Uhr 45. Mein Start gelang mir nicht gerade optimal, so dass ich zuerst etwa auf Rang 25 lag. Kurz nach dem Start wurde es bereits recht steil, was den meisten Läuferinnen grosse Mühe bereitete. Mir liegt solches Gelände und ich konnte Platz um Platz gutmachen. Nach zwei Kilometern hatte ich mich an die zweite Stelle hervorgearbeitet. Diese Position konnte ich lange halten. Leider kam dann ein Abstieg von etwa 700 Metern. Da ich beim Abwärtslaufen immer sehr vorsichtig bin, konnte mich die Italienerin Belotti alles riskierend überholen.

Ich versuchte den Rest des Rennens den dritten Rang zu halten, was mir auch bis ins Ziel gelang. Der Gewinn der Bronzemedaille machte mich überglücklich, denn mit einer solchen Spitzenplatzierung hatte ich nie gerechnet. Diese Saison lag meine Vorbereitung bekanntlich nicht spezifisch beim Berglauf. Zudem war das Teilnehmerfeld nicht zu unterschätzen. Immerhin hatte es Topsportlerinnen aus 40 Nationen am Start.

Dank Claudia Helfenbergers, Bernadette Meiers und meiner Spitzenrangierungen gewannen wir im Team noch die silberne Medaille hinzu. Auch das ist ein Riesenerfolg für unser Schweizer Team, wir freuten uns alle riesig darüber.

Die WM in Slowenien war für mich ein ganz tolles Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Die ganze Schweizer Delegation verbrachte zusammen eine sehr schöne Zeit. Neben dem Wettkampf konnten wir viele lustige Momente erleben.

An dieser Stelle möchte ich mich noch bei allen für die vielen Gratulationen ganz herzlich bedanken. Sie freuen mich immer riesig.

Resultate, Fotos etc. findet ihr unter folgendem Link: www.wmrc2010-kamnik.si/

Weissensteinlauf

Als Hauptprobe für die Berglauf-WM in Slowenien startete ich heute Morgen beim 20. Weissensteinlauf. Bei kühlem, aber sonnigem Wetter ging es um 10 Uhr 10 bei der Kanti Solothurn los. Via Einsiedelei, Rüttenen, Oberdorf erreichten wir die normale Bergstrasse zum Zwischenziel Nesselboden. Von dort gings über die Röti zum eigentlichen Ziel, dem  Kurhaus Weissenstein. Einige Stellen, besonders die abschüssigen ab der Röti, erforderten wegen des glitschigen Terrains grosse Aufmerksamkeit. Zum Glück ging alles gut. Als erste Frau und Gesamtzwölfte konnte ich in 1: 09:15 die Ziellinie überqueren. Der Vorsprung auf die Zweitplatzierte betrug über 7 Minuten. Mit dieser Zeit bin ich äusserst zufrieden. Obwohl ich dieses Jahr fast kein Bergtraining absolviert habe (was ich heute in der ersten Rennhälfte zu spüren bekam) lief es mir vor allem in der zweiten Rennhälfte sehr gut und ich konnte ziemlich locker laufen. Ganz toll fand ich die Unterstützung der Zuschauer auf der ganzen Strecke und im Zielbereich. Solche Anfeuerungsrufe erfreuen jedes Läuferherz. Herzlichen Dank!

Ebenfalls möchte ich dem ganzen OK und allen Helfern/Helferinnen des Weissensteinlaufes mein Lob aussprechen. Dieser Lauf ist von A bis Z einfach super organisiert. Das abtretende OK hat noch einmal ganze Arbeit geleistet. Ich freue mich jedes Jahr wieder, fast vor meiner Haustüre an einem so tollen Lauf starten zu können.

Berglauf-WM in Kamnik

Ein weiterer Saisonhöhepunkt, die Berglauf-WM in Slowenien, rückt mit Riesenschritten heran. Ich bin dabei, die letzten Trainingsvorbereitungen in die Tat umzusetzen. Dazu ist auch ein Berglauf als Formtest geplant. An sich hätte mir der Belchenberglauf vom letzten Wochenende diese Möglichkeit geboten. Da ich mich aber im letzten Jahr bei ähnlich nassen Verhältnissen in einem abschüssigen Teil der Strecke leicht verletzte, wollte ich kein Risiko eingehen und verzichtete schweren Herzens auf einen Start.  In nächster Zeit wird sich aber bestimmt noch eine andere Gelegenheit für einen letzten Formtest ergeben. Kamnik wird für mich eine grosse Herausforderung sein. Dieses Jahr habe ich mein Training wegen Barcelona eher auf die Bahn ausgerichtet, so dass man nicht von einer optimalen Vorbereitung auf die Berglauf-WM sprechen kann. Trotzdem werde ich mich bemühen, ein möglichst gutes Resultat herauslaufen zu können.

11. Rang in Barcelona

Im Final über 10’000 m an den Europameisterschaften in Barcelona belegte ich in 33:37.89 Min. den guten 11. Schlussrang unter 18 startenden Läuferinnen. Mit dieser Platzierung darf ich sehr zufrieden sein. Denn das Rennen war sehr schwierig, was man an den vielen Ausfällen erkennen kann, darunter auch Top-Favoritinnen. Ich erlebte den Rennverlauf folgendermassen: Nach dem Startschuss hatte ich das Gefühl, das Tempo sei nicht sehr schnell (habe mich aber getäuscht) und ich konnte die ersten Runden bei der Spitze mithalten. Dann aber wurde das Tempo etwas angezogen. Es bildeten sich sofort zwei Gruppen. Ich gehörte zur zweiten. Als sich später weitere Untergruppen bildeten, verlor ich den Anschluss und war somit auf mich alleine gestellt. Ich merkte sofort, dass ich langsamer wurde, da mir eine Tempomacherin fehlte. Diese zirka 6 einsamen Runden waren sehr schwierig. Ich wäre gut im Stande gewesen, schneller zu laufen, doch meine fehlende Bahnerfahrung liess es nicht zu. Glücklicherweise kam später die bulgarische Läuferin von hinten, an welche ich mich sofort anschliessen konnte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich aber genau, dass es für eine PB nicht mehr reichen würde. Nun wollte ich das Rennen bei diesem wieder schnelleren Tempo einfach durchziehen. Es klappte. Überglücklich überquerte ich als 11. Läuferin die Ziellinie.
Dieses Rennen war für mich eine neue, ganz gute und tolle Erfahrung. Ich durfte miterleben, wie es an der grössten europäischen Meisterschaft zu und her geht. Es war ein Riesenerlebnis, in einem so grossen Stadion mit tausenden von Zuschauern, unzähligen Medien und allen strengen Kontrollen zu starten. Im Gegensatz zum Berglauf werden hier „ganz andere Brötchen gebacken“.
Neben den Europameisterschaften genoss ich auch die sehr eindrucksvolle und schöne Stadt und den Strand Barcelonas. Ich sah zwar nur einen kleinen Teil von Barcelona, jedoch darf ich feststellen: Diese Stadt ist eine Reise wert!
Im Anschluss an meinen Lauf durfte ich viele positive Reaktionen entgegennehmen. Ich möchte mich bei allen für die zahlreichen SMS, Mails und Telefonate mit den Glückwünschen und Gratulationen herzlich bedanken! Ein besonderer Dank geht ans ganze Schweizerteam, speziell an Fritz Schmocker. Ich danke auch meinen angereisten Fans, meiner Familie und meinem Coach Jörg Hafner für die tolle Unterstützung. All das hat mir riesig geholfen.

Link zu den Resultaten