Ferien in Kanada

Nach meinem Erfolg in der Türkei, habe ich meinem Körper eine Pause gegönnt und 12 wunderschöne Ferientage mit meiner Familie in Kanada verbracht.
Anstelle des täglichen Trainings waren aktive Erholungstage angesagt. Wir bereisten mit einem Mietauto Vancouver Island. Unterwegs besuchten wir Gärten, Städte und entlegene Dörfchen. Wir unternahmen kleinere Wanderungen in den faszinierenden Regenwäldern, an wunderschönen Stränden, unter anderem im Pacific Rim Nationalpark. Es war wirklich traumhaft schön! Kajakfahren, “Whale watchen” und viele weitere Dinge standen auf unserem Programm. Eigentlich wollte ich das eine oder andere Mal joggen gehen. Doch ich wurde gewarnt, es könnte überall wilde Bären und Cougars (Wildkatzen) haben. Wir lebten nämlich zum Teil in der Wildnis, und da gehören Bären und andere wilde Tiere zum Alltag. So liess ich das Joggen lieber bleiben. Tatsächlich sahen wir dann auf Wanderungen auch Bären. Diese suchten aber das Weite, sie hatten mehr Angst vor uns als wir vor ihnen.
Die letzten zwei Tage verbrachten wir noch in Vancouver. Natürlich unterliess ich es nicht, ein kleines Training auf den Hausberg von Vancouver zu machen (Grouse Mountain). Auf einer Strecke von 2,9 km waren 900 Höhenmeter (2830 Treppentritte) zu überwinden! Mit meinem Bruder Philipp unternahm ich diese Herausforderung.
Das war echt steil und hart, doch ganz nach meinem Geschmack.Das familieninterne Laufduell gegen meinen berglaufunerfahrenen Bruder konnte ich zu meinen Gunsten entscheiden! Doch auch er hat eine starke Leistung gezeigt.
Oben angekommen konnte wir den herrlichen Ausblick über ganz Vancouver und das Meer geniessen.
Diese Ferien gefielen mir super und waren genau das Richtige zur aktiven Erholung.

Ich bin nun wieder zu Hause angekommen. Müde von der langen Reise (Jetlag) wollte ich eigentlich mein normales Training wieder aufnehmen. Doch nach 12 Tagen ohne echtes Training und dem Phänomen “Jetlag” ist dies alles andere als einfach. Zudem habe ich plötzlich noch Hals- und Kopfschmerzen gekriegt. Es ist mir also noch nicht möglich,  wunschgemäss zu trainieren. Darum muss wieder ganz langsam mit dem Aufbau beginnen.

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EM-Gold und Team-Bronze

In der Türkei konnte ich am letzten Sonntag meinen Europameistertitel von 2009 verteidigen und wurde zum zweiten Mal Europameisterin.

Zudem holten wir im Frauen-Team die Broncemedaille.
Bei Temperaturen von über 30 Grad wurden wir Frauen auf die 8,5 Kilometer lange Strecke geschickt. Es galt 865 Höhenmeter zu überwinden.
Die Strecke führte zum Glück grösstenteils durch den Wald, doch sie war zum Teil steil und steinig. Sie verlangte viel technisches Geschick.
Der Start verlief etwas schwierig. Bei einem starken Teilnehmerfeld mit 26 Nationen mussten wir vom Schweizer Team ganz hinten starten, mit andern Worten, eine nicht gerade optimale Startposition.
Ich konnte aber schon von Beginn das Feld von hinten aufrollen und setzte mich mit etwa 6 Läuferinnen an die Spitze.
Das Tempo war von Beginn weg sehr hoch und ich musste von Anfang an ziemlich am Limit laufen. Zudem spürte ich auch, dass wir in recht grosser Höhe unterwegs waren (Start auf 850 m, Ziel auf 1700 m).
An die Spitze setze sich schon bald die sehr stark laufende Italienerin Antonella Confortolla. An zweiter Position lief eine Türkin, dicht gefolgt von mir. Nach 3 km konnte ich mich an die zweite Stelle vorarbeiten.
Nach etwa 4 km folgte eine etwa 1,5 Km lange Flachpassage, auf der ich mich etwas erholen konnte. Mein Rückstand auf Antonella wurde immer kleiner. Etwa 3,5 km vor dem Ziel gelang es mir, Antonella zu überholen und mich etwas von ihr abzusetzen.
Die letzten Kilometer waren nochmals sehr steil und steinig. Ich versuchte aber, meinen Rhythmus zu halten und kämpfte mich nach oben. 500 Meter vor dem Ziel wurde mir bewusst, dass ich zum zweiten Mal Europameisterin werden würde.
Unter vielen jubelnden Leuten konnte ich den Zieleinlauf geniessen, denn mein Vorsprung betrug inzwischen 25 Sekunden . Es war einfach wunderschön. Silber holte sich Antonella Confortolla und Bronze die Slowenin Lucija Krkoc.
Bernadette Meier lief in einem starken Teilnehmerfeld als zweite Schweizerin auf den sehr guten 8. Rang. Angela Haldimann erreichte in ihrem 1. EM Rennen den guten 29. Rang.
Dank unseren guten Platzierungen sicherten wir uns hinter den Italienerinnen und den Russinnen im Frauenteam die Bronzemedaille.
David Schneider lief im Männerrennen auf den guten 10. Schlussrang, Jean-Baptiste Salamin bei den Junioren auf den starken 9. Rang und Daniel Lustenberger auf den guten 16. Rang.
Das Schweizer Team, welches von Jörg Hafner betreut wurde, konnte in der Türkei eine wunderschöne Zeit verbringen. Neben unserem Wettkampf hatten wir es miteinander sehr lustig und wir genossen die Zeit.
Eine grosse Überraschung erlebten wir nach der Rückkehr am Flughafen Zürich: Wir wurden von einer Empfangsdelegation mit Kuhglocken und einem Transparent freudig empfangen. Doch der Überraschungen nicht genug. Als wir im Heimatdorf Oekingen bei unserem Haus eintrafen, wartete bereits eine gut gelaunte Schar Dorfbewohner auf uns. Sogar die Musikgesellschaft und der Jodlerklub waren aufgeboten worden, um mir einen würdigen Empfang zu bereiten. Auch unsere Nachbarn hatten sich mächtig ins Zeug gelegt und servierten allen Anwesenden einen herrlichen Apéro. Einen schöneren Empfang kann man sich fast nicht vorstellen. Jedenfalls möchte ich an dieser Stelle allen Beteiligen ganz herzlich danken! Es war einfach toll!
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Sieg beim Grenchenberglauf

Bei traumhaftem Wetter fand am Sonntagmorgen der 12. Grenchenberglauf statt. Für mich war dieses Rennen ein letzter wichtiger Test vor der Berglauf-EM in einer Woche.
Seit meinen Lauf im Elsass, den ich wegen Krämpfen aufgeben musste, bestritt ich nämlich kein Rennen mehr. Mein Ziel beim Grenchenberglauf bestand also vorwiegend darin, das nötige Selbstvertrauen wieder zu gewinnen. Gedanklich noch ein bisschen beim letzten Rennen, ging ich den Grenchenberglauf sehr verhalten an. Vom Start weg konnte ich aber bei den schnellsten Männern mithalten. Es setzte sich schon bald eine Gruppe von drei Männern ab. Da ich nichts riskieren wollte, kam ich gar nicht in Versuchung, ihnen zu folgen. Sichtkontakt zu dieser Gruppe genügte mir. Ich ging alleine mein eigenes Tempo. Meine Beine fühlten sich gut an, der Rhythmus stimmte. Es gelang mir,  das Tempo zu halten. Obwohl ich auf den letzten zwei Kilometern mit Bauchschmerzen zu kämpfen hatte, zog ich das Tempo durch und lief hinter fünf Männern als erste Frau über die Ziellinie. Mit einem fast 6-minütigen Abstand auf die zweite Frau und einer Zeit knapp unter einer Stunde (59min 50sec – Streckenrekord) bin ich sehr zufrieden. Den Kilometerschnitt aus den Jahren 2006 und 2007 konnte ich ebenfalls halten. All diese Umstände stimmen mich zuversichtlich für nächstes Wochenende, die Hauptprobe für die EM in Bursa (Türkei) ist geglückt. Ich hoffe, dass mir dort auch ein gutes Rennen gelingen wird. Daumendrücken ist erhofft und erwünscht!

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